Weltgeschichte
Die
UdSSR tritt dem Völkerbund bei.
In Österreich unternehmen die Nationalsozialisten am 25.7. einen
erfolglosen Putschversuch, in dessen Verlauf Bundeskanzler
Engelbert Dollfuß von Rechtsextremisten ermordet wird. Sein
Nachfolger im Kanzleramt wird Kurt Schuschnigg.
In China beginnt Tschiang Kai-schek seinen bis 1936 dauernden
erfolgreichen Feldzug gegen die kommunistischen Heere im Süden
des Landes. Die immer stärker in Bedrängnis geratenen
Kommunisten beginnen unter Führung von Mao Tse-tung mit dem
"Langen Marsch" über 10´000 km aus dem Süden in den
sicheren Nordwesten. Von 100´000 Teilnehmern werden ihn nur 20´000
beenden.
Kroatische Extremisten ermorden den in Marseille zu Besuch
weilenden jugoslawischen König Alexander I. und den in seiner
Begleitung befindlichen französischen Außenminister Barthou.
Zwischen Deutschland und Polen wird ein Nichtangriffspakt
geschlossen.
Schwere Streiks und Unruhen in Frankreich, nachdem es dort seit
1929 mehr als ein Dutzend Regierungswechesel gegeben hatte.
Unruhen ebenfalls in Österreich.
Kunst-,
Kultur- und Technikgeschichte
Die Glühbirne erreicht ihre technische Perfektion durch einen
doppelt gewendeten Glühdraht. Man wird an ihr ein halbes
Jahrhundert lang nicht mehr viel ändern.
Das Ehepaar Irène und Frédéric Joliot-Curie erzeugt erstmals künstlich
ein neues radioaktives Element (das in der Natur nicht
vorkommende Phospor 30 durch Beschuß von Aluminiumatomen mit
Alpha-Teilchen).
Wernher von Braun entwickelt eine Flüssigkeitsrakete, die 2400 m
hoch steigt.
Der mexikanische Künstler Diego Rivera schafft das Wandgemälde
La Conquista, Oskar Kokoschka malt die Karlsbrücke, und die
Nazis schaffen sich ihren eigenen Kunststil (z.B. mit dem
monumentalen Reichsparteitagsgelände).
Gestorben: 4.7.: Die zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie,
geb. Sklodowska (*1867, Mutter von Irène Joliot-Curie); 16.11.:
Karl Paul Gottfried von Linde (*1842); der österreichische
Erfinder Viktor Kaplan (*1876); der Chemiker Fritz Haber (*1868);
der Ingenieur und Gründer des Deutschen Museums in München
Oskar von Miller (*1855); der Dichter und Kabarettist Joachim
Ringelnatz (bürgerl. Hans Bötticher, *1883); der Publizist
Erich Mühsam (im KZ, *1878).
Im "Röhm-Putsch" u.a. ermordet:
30.6.: der ehem. bayer. Ministerpräs. Gustav Ritter von Kahr (Rache
der Nazis an der Niederschlagung des Hitler-Putsches vom 9.11.1923,
*1862); Kurt von Schleicher (Reichskanzler Dez. 1932-Jan. 1933, *1882);
der Apotheker Gregor Strasser (*1892). 1.7.: der SA-Führer Ernst
Röhm (*1887).
Deutsche
Geschichte
Das Deutsche Reich übernimmt alle Hoheitsrechte der deutschen Länder.
Der Volksgerichtshof wird neben dem Reichsgerichtshof
eingerichtet. Sein Zuständigkeitsbereich ist Landesverrat. Eine
gesetzliche Grundlage wird erst 1936 geschaffen.
Hitler löst Machtkämpfe innerhalb der eigenen Reihen auf seine
Weise, als er den ihm zu mächtig werdenden SA-Führer Ernst Röhm
am 30.6. durch seine SS-Leibstandarte verhaften und tags darauf
erschießen läßt. Da die Aktion nicht ganz zu Unrecht als
Putschversuch Röhms hingestellt wird, dem zuvorzukommen war,
fallen in derselben Nacht eine ganze Reihe weiterer unliebsamer
Personen seinen Mordkommandos zum Opfer (siehe Mitte), von denen
viele mit dem Machtstreben Röhms in keiner Weise in Zusammenhang
zu bringen sind.
Deutschland stellt die Zahlung seiner Auslandschulden ein.
Ein Italienbesuch Adolf Hitlers bei Mussolini bringt insbesondere
wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Position Österreichs
kein Ergebnis.
Am 2.8. stirbt der Nationalheld von Tannenberg (1914) und
Reichspräsident Paul von Beneckendorff und von Hindenburg (*1847).
Noch am gleichen Tag läßt Adolf Hitler die Wehrmacht auf sich
selbst vereidigen und sich mit dem Titel "Führer und
Reichskanzler" als Staatsoberhaupt vom Reichstag bestätigen.
Die in Niemöllers "Pfarrernotbund" organisierte
evangelische Kirche distanziert sich in den "Barmer Erklärungen"
vom NS-Staat und stellt sich gegen Reichsbischof Ludwig Müller.
Der Reichsparteitag in Nürnberg steht unter dem Thema "Triumph
des Willens".
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